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Aphorismen

Die Idee der Ueberflaeche ist ein Virus, der die Wahrnehmung angreift. Er springt aus dem Auge in den Bildschirm und aus dem Bildschirm in das Auge und die Welt.

Ueberflaeche ist, wenn die Welt wirkt, als hätte jemand einen Photoshop-Filter auf sie angewendet. Ueberflaeche ist, wenn erst der Filter in Photoshop das Bild zum Abbild von Welt macht.

In der Ueberflaeche offenbart die Welt ihren wirklichen, synthetisch-technischen Charakter.

Die Ueberflaeche verführt das Subjekt ebenso, wie sie sich ihm dauerhaft entzieht.

Haut und Bildschirme nähern sich einander an. (Beide haben die profane Dimension von Zweck, Ursache und Wirkung verlassen. Beide sind die äußerste Schicht von etwas, das in einem sehr grundsätzlichen Sinne für Menschen nicht verstehbar ist und das ein Grund für das menschliche Bedürfnis nach Magie und Religion ist.)

In Idee und Praxis des weiblichen Körpers treffen sich essentielle Bestandteile von Ueberflaechen: Schöpfung und Begehren.

Der Versuch, unter der Ueberflaeche zu denken, ist schmerzhaft und bleibt notwendig abstrakt.

Ueberflaeche ist die Welt in 2D und das Bild in 3D.

Die Ueberflaeche ist Interface zu einer synästhechnischen Welt.

Ueberflaeche ist der Demiurg an der Wand.

Die Ueberflaeche verstetigt den Rausch. Sie induziert dabei aber keine singulären außergewöhnlichen Bewusstseinszustände - vielmehr ist sie ein dauerhafter gewöhnlicher Seinszustand.

Der Mauszeiger auf dem Gehsteig...

 

Michael Schetsche, Thomas Temme

1. August 2004